Viele Menschen empfinden eine große Anzahl an Stadttauben als Problem. Die Lösung liegt jedoch nicht in Fütterungsverboten oder Vergrämung, sondern in einem intelligenten Management, das Tierwohl und Stadtbild vereint.Das „Augsburger Modell“: Tierschutz durch GeburtenkontrolleDie effektivste Methode zur Bestandsregulierung ist die Einrichtung von betreuten Taubenschlägen. In Berlin gibt es bereits einige dieser Projekte, und es sollten mehr werden.
- Der Trick mit dem Gipsei: In den Schlägen werden die frisch gelegten Eier der Tauben entnommen und gegen Attrappen aus Gips oder Kunststoff ausgetauscht.
- Vorteil für die Stadt: Die Population wächst nicht weiter an, ohne dass Tieren geschadet wird. Zudem verbringen die Tauben bis zu 80 % ihres Tages im Schlag, wodurch der Kot in der Stadt massiv reduziert wird.
Artgerechte Abwehr: Was ist erlaubt, was ist grausam?Wenn Tauben an Stellen nisten oder sitzen, wo sie stören (z. B. direkt über dem Hauseingang), gibt es tierfreundliche Alternativen zu gefährlichen Netzen oder spitzen Metalldornen:
- Spanndrahtsysteme: Dünne Drähte verhindern das Landen, ohne dass sich die Vögel verletzen.
- Optische Reize: Reflektierende Gegenstände, Windspiele oder Attrappen von Greifvögeln können helfen (müssen aber regelmäßig umgesetzt werden, da Tauben schnell lernen).
- Vorsicht bei Netzen: In lockeren Netzen verfangen sich Tauben und andere Vögel oft und sterben einen qualvollen Tod. Diese sollten nur von Profis und absolut straff montiert werden.
Warum Fütterungsverbote oft das Gegenteil bewirkenEin hartes Fütterungsverbot führt meist nicht dazu, dass Tauben die Stadt verlassen. Als standorttreue Tiere bleiben sie vor Ort und hungern.
- Stress vermehrt Tiere: Biologisch gesehen reagieren Tauben auf Nahrungsmangel oft mit noch mehr Brutversuchen, um das Überleben der Art zu sichern.
- Krankheitsrisiko: Hungernde Tiere haben ein schwaches Immunsystem, was die Gefahr von Krankheiten (innerhalb der Taubenpopulation) erhöht.